Interview mit Thilo Jocher – Bereichsleitung Internet of Things, WidasConcepts GmbH

Interview mit Thilo Jocher – Bereichsleitung Internet of Things, WidasConcepts GmbH

Die nächste Stufe der Automation ist erreicht. Im Zeitalter der Industrie 4.0 kommunizieren Maschinen und Systeme miteinander, steuern und optimieren sich selbständig. Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) revolutioniert Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen. Seine Auswirkungen auf Produktivität, Effizienz und Wertschöpfungsketten sind enorm.

 

 

 

 

Herr Jocher, als Leiter des Bereichs Internet of Things (IoT) gestalten Sie die IT Trends der Zukunft aktiv mit. Was sind aktuell die größten Herausforderungen, denen sich die heutige Industrie im Zeitalter der Digitalisierung stellen muss? Welche Rolle spielt IoT hierbei?

Thilo Jocher: Die Herausforderung liegt darin, Informationen zielgruppenspezifisch und umgebungsspezifisch in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Generell müssen die Unternehmen im zunehmenden Wettbewerb bestehen – Informationen sind die Währung des heutigen (IT-)Zeitalters.
Das Internet der Dinge ermöglicht einen direkten Zugang zu Informationen. Diese werden vor Ort generiert (z.B. von Sensoren) und müssen dann in geeigneter Art und Weise aufbereitet und gewinnbringend verarbeitet werden – angefangen bei der Produktion über die Logistik bis hin zum Service.
Umdenken ist also gefragt: Darin liegt eine große Herausforderung für die Unternehmen. IoT – insbesondere im Zusammenhang mit Big Data – verändert die Art und Weise, wie Arbeit ausgeführt wird. Prozesse, Abläufe und Aufgaben verändern sich, da es nun andere Möglichkeiten gibt, wie diese noch effizienter erledigt werden können. Liegen diese Informationen in Echtzeit direkt vor Ort vor, sind Unternehmen in der Lage, schneller und zielorientierter zu agieren.
Ein Beispiel dafür: Insbesondere bei der Installation und Wartung von Industrieanlagen ergeben sich große Vorteile. Im Zusammenspiel mit dem Werkstück übermittelt die Maschine Informationen über Zustand, Art des Einbaus, Art der Inbetriebnahme oder mögliche Störungen. Das Unternehmen kann dadurch viel flexibler agieren und Zeit beziehungsweise Kosten einsparen.

Hinzu kommen massive Fortschritte in der Systemintegration und der Echtzeitverarbeitung großer Datenmengen. Was bedeutet Big Data für Sie in diesem Zusammenhang? Wo finden hier Synergien statt?

TJ: Big Data ist neben IoT die zweite Seite der Medaille und stellt einen signifikanten Mehrwert dar, und zwar über das Liefern und Anzeigen der Daten hinaus: Die gesammelten Informationen lassen sich damit aufwerten und anreichern. Zusätzlich ist es mit Big Data möglich, Voraussagen und Empfehlungen zu formulieren. Im Industriebereich sprechen wir hier zum Beispiel von Erkenntnissen über Ausfallhäufigkeiten und Wartungszyklen, Verknüpfung mit Bestellprozessen oder der Logistik. Im Konsumentenbereich ist es unter anderem möglich, Tausch- beziehungsweise Ersatzprodukte für den Einkauf zu empfehlen.

Wo sehen Sie Grenzen in der Umsetzung?

TJ: Grenzen liegen insbesondere in den Köpfen der handelnden Personen, der Entscheider. Diese sind dazu aufgefordert, sich gegenüber neuen Konzepten und Technologien zu öffnen. Sicherlich spielen Aspekte des Datenschutzes eine große und wichtige Rolle. Doch die Potenziale, die sich mit Big Data und IoT ergeben, sind über kurz oder lang entscheidend, um künftig seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Was ist Ihre Vision von Internet of Things und welche Rolle spielt Big Data dabei?

TJ: In naher Zukunft wird es selbstverständlich sein, mit intelligenten Gebrauchsgegenständen und Tools zu leben und sich von diesen durch das Leben leiten zu lassen. Das Internet der Dinge vereinfacht nicht nur nahezu alle Lebensbereiche sondern macht das Leben auch sicherer. Ich denke da zum einen an die Erkennung und Warnung vor Gefahren im Industrieumfeld, beispielsweise der Hinweis auf gefährliche Stoffe. Zum anderen entstehen auch im privaten Umfeld viele kleine und große Helferlein, die im Alltag sogar Leben retten können. Im medizinischen Sektor etwa können insbesondere ältere Menschen durch zeitnahe Auswertung von Gesundheitswerten von neuen IoT-Technologien profitieren. Sie können sich an die Tabletten-Einnahme erinnern lassen, die Nachbestellung von Medikamenten funktioniert ebenso automatisiert und im Fall eines Sturzes wird ohne ihr Zutun ein Notruf abgesetzt.

Wie unterstützt die WidasConcepts GmbH die Unternehmen in diesen Bereichen?

TJ: Wir bieten unseren Kunden Beratung und Lösungen aus einer Hand und können Big Data mit Internet of Things sinnvoll verbinden. Als ausgewiesener Experte für Big Data Technologien wissen wir, wie mit großen Daten umzugehen ist, wie diese in wertvolles Wissen umgewandelt werden und schließlich intelligente Informationen, Hilfen, Empfehlungen, Prognosen entstehen – und das in Echtzeit! Zudem bringen wir jahrelange Erfahrung in Web- und Mobile-Entwicklung mit und sind in der Lage, die Informationen bedarfsgerecht zu präsentieren.

Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten beziehungsweise Bedenken, Big Data und IoT in ihrem Unternehmen zu implementieren. Welche Tipps haben Sie für einen gelungenen Start in das Bigger Picture?

TJ: Schwierigkeiten können dann entstehen, wenn sich die Unternehmen nicht umfassend mit der Thematik auseinandersetzen und die Ideen für den gewinnbringenden Einsatz dieser Technologien fehlen. Dieser Prozess muss im Management angestoßen und vorangetrieben werden und setzt eine entsprechende Strategie voraus. Um einen erfolgreichen Start in das Bigger Picture zu gewährleisten, sind genaue Ziele, ein fester Fahrplan und die geplanten Investitionen zu definieren. Vertrauensvolle Partner helfen bei diesen Aufgaben und können den Weg in die „Bigger Future“ ebnen.

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