Neue Arten der Vernetzung III – “Facebook” für Maschinen

Written by Urs Kaiser

Neue Arten der Vernetzung III – “Facebook” für Maschinen

Wednesday, 20 August 2014 00:00

Aktuelle Kommunikationstechnologie erlaubt es uns, meist unabhängig von Zeit und Standort, Daten zu senden und zu empfangen. Dies stellt keine Erkenntnis mehr dar. Inzwischen ist die mobile Nutzung von E-Mails so selbstverständlich wie das Führen eines Telefonats.

Auch die Nutzung von sozialen Netzwerken von unterwegs, das Surfen im Internet, Video on Demand, Einkaufen und Bankgeschäfte vom Handy aus stellen für viele Leute keine Neuerungen mehr dar. Es sind vielmehr Aktivitäten des täglichen Lebens. Ist damit die Entwicklung abgeschlossen? Nein! Wir stehen wohl erst am Anfang einer Vielzahl von Neuerungen, die schon in naher Zukunft Einfluss auf unseren Alltag nehmen können. Eine der Voraussetzungen dafür ist eine wachsende Vernetzung der Systeme in unserer Umgebung, verbunden mit der Bereitschaft, diese Systeme untereinander kommunizieren zu lassen.

Ein Beispiel: gewöhnlich lassen die Besitzer bzw. Betreiber von ölbefeuerten Heizungssystemen einmal im Jahr die Tanks auffüllen. Eine Einzelbestellung im Frühherbst wird dabei wohl die am wenigsten günstige Handlungsalternative darstellen. Zum einen ist die Verfügbarkeit von Lieferkapazitäten eingeschränkt, zum anderen ist der Marktpreis nachfragebedingt erwartungsgemäß hoch, zum dritten können eventuelle Mengenrabatte nicht wahrgenommen werden, da die Einzelbestellmenge schlicht zu gering ist. Alternativ könnten aber die einzelnen Heizungssysteme eines Gebiets den Füllstand ihrer Tanks miteinander abgleichen und auf dieser Basis die benötigte Gesamtmenge sowie den idealen Bestellzeitpunkt bestimmen. Die Menge wiederum könnte aus historischen und zukünftig erwarteten Verbrauchsdaten samt Sicherheitsmarge bestimmt werden.

Ebenfalls denkbar: alle Maschinen eines Typs – von der Waschmaschine über PKW und Nutzfahrzeuge bis hin zu Fertigungsanlagen – übermitteln ihre Aktivitätsprofile an eine gemeinsame Plattform. Sind genügend Daten vorhanden besteht die Möglichkeit, aus diesen Daten für jedes einzelne Element eine Aussage zu treffen, ob mit dem Ausfall einer Komponente zu rechnen ist. So könnten kostenintensive Ausfälle durch Reparaturen durch geplante Wartungs- und Servicearbeiten ersetzt werden, Betriebskosten würden gesenkt, die Ausfall- und die Planungssicherheit erhöht.

Aktuell existieren solche Standards nur in Ansätzen, meist nur innerhalb eines Unternehmens und dann oft nur im Sinne einer automatisierten Fehlermeldung bei Ausfall. Zukünftig könnte mit wachsender Vernetzung aller Arten von technischen Geräten eine Plattform geschaffen werden, die die Kommunikation und den Datenaustausch zwischen diesen Geräten ermöglicht, also ähnlich funktioniert wie die heute bekannten sozialen Netzwerke.